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Beleuchtung von Fußballrasen

 

Neuer Meilenstein in der Rasenpflege

EUROGREEN hatte Pflegeverantwortliche von Fußballstadien zu einer Informationsveranstaltung am 11. Januar 2005 nach Eindhoven/NL eingeladen. Im dortigen Philips-Stadion wird der Rasen seit Oktober 2004 mit einer mobilen Beleuchtungsanlage zusätzlich mit Licht versorgt. Ausgelöst durch die Rasenprobleme in der Amsterdam Arena wurde die Entwicklung der Beleuchtungsanlage für Rasen in einem Pilotprojekt durch das Unternehmen Stadium Grow Lighting B.V. (SGL) gestartet. In der firmeneigenen Versuchsanlage in Aalsmeer gelang es bereits im ersten Versuchsjahr, die Rasenqualität in der Vegetationsruhe wesentlich zu verbessern. Mit zunehmender Versuchsdauer wurde das Verfahren so verfeinert, dass 2003 ein Strafraum im Stadion in Sunderland (UK) mit einer mobilen Beleuchtungseinheit ausgestattet wurde. Auch in diesem ersten großen Praxistest waren alle Beteiligten von der Steigerung der Rasenqualität begeistert. Der FC Sunderland nutzt auch in diesem Winter die Anlage zur Verbesserung der Rasenqualität.  HBpl29M4.jpg
  Mobile Beleuchtungsanlagen im PSV-Stadion. 10 Einheiten decken etwa 3.600 m² ab. Foto: Nonn
Hintergrund für die Entscheidung des PSV Eindhoven zur zusätzlichen Beleuchtung des Rasens war die Tatsache, dass bisher die Rasenqualität in den Wintermonaten nicht den Anforderungen des Clubs und der Spieler entsprach. Ab Oktober wurde der Rasen durch die Nutzung zusehends lückiger und erforderte mehr Pflegeaufwand. Trotzdem sank die Qualität bis zum Frühjahr so stark ab, dass immer wieder mit Fertigrasen ausgebessert werden musste. Diese Situation ist für die meisten Pflegeverantwortlichen in Großstadien/Arenen nachvollziehbar.
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  Greenkeeper aus Bundesligastadien im Fachgespräch während der Besichtigung des Rasens im Philips-Stadion.
Foto: Nonn
Neben der eigentlichen Beleuchtung der Gräser spielt im SGL-Concept® die Kontrolle und Aufzeichnung der übrigen Wachstumsfaktoren eine entscheidende Rolle. Nur bei gleichzeitiger Erfassung und Berücksichtung von Pflanzentemperatur, Luftfeuchtigkeit, Bodenwassergehalt und der photosynthetisch aktiven Strahlung (PAR) durch den SGL-Analyzer® kann die Lichtmenge so gesteuert werden, dass ein optimales Ergebnis erzielt wird. Dieses Ergebnis dokumentiert sich in einer definierten Mindest-Narbendichte, die von SGL gegenüber dem Auftraggeber garantiert wird. Die Messungen der Narbendichte und damit eine Erfolgskontrolle erfolgt mit einem von der Universität Bonn und der WOLF-Garten Rasenforschung entwickelten Auswertungsverfahren für digitale Bilder.
 
Die Belichtungsdauer und –intensität des Rasens erfolgen nach exakt kalkulierten Vorgaben. In diese Vorgaben fließen die Nutzungsintensität des jeweiligen Platzabschnitts sowie der Ausgangszustand ein. Zonen mit höherer Narbendichte erhalten somit weniger Zusatzlicht als z.B. die stärker strapazierte Mittelachse. Im Zeitraum von Mitte Oktober 2004 bis Anfang Januar 2005 wurden im Durchschnitt etwa 700 Stunden Zusatzlicht gegeben. Mit dem SGL-Concept® konnten bisher im Vergleich zu Anfang Oktober 2004 folgende Verbesserungen am Rasen erzielt werden:
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Ergebnisse aus Sunderland: Narbenqualität ohne (links) und mit Beleuchtung (rechts).
Foto: SGL
  • Bis zu 10% höhere Narbendichte
  • stabilere Pflanzen
  • Geringere Narbenschäden durch die Nutzung
  • Auswachsen der durch die Spiele im November/Dezember entstandenen Schäden
  • Sehr geringer Krankheitsdruck

 

Hiervon konnten sich die Seminarteilnehmer sowohl durch beeindruckendes Zahlenmaterial als auch durch eigenes Erleben und Erfühlen während der Platzbegehung überzeugen. Fazit: Mit dem SGL-Concept® ist ein neues Kapitel bei der Rasenpflege aufgeschlagen. Man darf gespannt sein, welche Resultate noch erzielt werden können. Die Initiatoren der Veranstaltung werden die Fachwelt auf dem Laufenden halten.

Die bessere Rasenqualität hat aber auch einen Nachteil: Für den Platzwart gibt es keine Vegetationsruhe mehr. Der Rasen muss wie während des Sommers mit Nährstoffen versorgt und wöchentlich gemäht werden. Neue Verfahren bei der Rasenpflege erfordern eben auch ein Umdenken bei der bisherigen Rasenpflege.

© Dr. agr. Harald Nonn, Rasenforschung WOLF-Garten/EUROGREEN, Betzdorf
 
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