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Der Wetterrückblick auf 2006

Das Jahr 2006 war am Versuchstandort Betzdorf-Bruche, verglichen mit den Werten des langjährigen Mittels (1969 bis 2006), zu warm, zu nass und die Sonne zeigte sich in Summe etwas länger als üblich. Zudem wurden gegenüber den Durchschnittswerten und den Vorjahren einige Besonderheiten und Extreme erfasst.

- Lufttemperatur

Die Durchschnittstemperatur der Luft war mit 11,5 °C gegenüber dem langjährigen Mittel um 1,7 °C zu warm. In den Monaten Juli, September, Oktober und November wurden die höchsten Monatsdurchschnittstemperaturen seit 1969 gemessen. Die letzten 3 Monate im Jahr waren um 3 bis 4 °C wärmer als der jeweilige langjährige Monatsdurchschnitt.

Noch eine Auffälligkeit: In den letzten 9 Jahren lag die Jahres-Durchschnittstemperatur  immer über dem langjährigen Mittel.

- Bodentemperatur

Die ansteigenden Lufttemperaturen hatten auch eine Erhöhung der Bodentemperaturen, gemessen in einer Tiefe von 15 cm, zur Folge. Die Monate Juli, Oktober, November und Dezember wiesen die bisherigen Monats-Höchstwerte auf. Somit wurden in einem Jahr für 4 Monate neue Temperaturrekorde gemessen. In den Monaten Oktober, November und Dezember war der Boden um 3 °C wärmer als üblich. Analog der Lufttemperatur lag die Bodentemperatur im Jahresdurchschnitt in den letzten 10 Jahren immer über dem langjährigen Mittelwert.

- Niederschläge

Obwohl der Juli 2006 mit 14,6 mm Regen der trockenste Juli seit 1969 war, fielen mit 1106 mm (= Liter pro m²) insgesamt 14% mehr Niederschlag als im langjährigen Mittel. Hierzu haben insbesondere die Monate Februar bis Mai und der nasse August beigetragen. Die Niederschlagssumme in den Monaten Oktober bis Dezember entsprach in etwa dem langjährigen Durchschnitt.

- Sonnenscheinstunden

Die Anzahl der Sonnenscheinstunden lag mit 1509 exakt 10 % über dem Durchschnitt der langjährigen Aufzeichnungen. Wesentlich dazu beigetragen haben die Monate Juni (268 h) und Juli (286 h). Dies war der zweithöchste Wert für Juni und ein neuer Rekord für den Monat Juli. In den letzen 3 Monaten des Jahres zeigte sich die Sonne etwas seltener als im Durchschnitt.

- Auswirkungen auf den Rasen

Aufgrund der hohen Luft- und Bodentemperaturen ist es nicht verwunderlich, dass unsere Rasengräser, wenn auch langsam, weiter wachsen. Durch das Wachstum werden zum einen die Nährstoffvorräte im Boden und zum anderen die Reservestoffe in den Pflanzen verbraucht. Wegen der geringen Einstrahlungsenergie können die Reserven auch nur teilweise erneuert werden. Bei einem eventuellen Wintereinbruch kommt es somit zu einer Mangel- und Stresssituation. Die Gräser sind geschwächt und größere Schäden durch Frost und/oder Krankheiten sind zu befürchten. Für eine rasche Erholung der Gräser muss daher im zeitigen Frühjahr der Nährstoffvorrat im Boden durch eine Düngung aufgefüllt werden.

Dr. agr. Harald Nonn

Rasenforschung WOLF-Garten/EUROGREEN.

 
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