Dry-Patch-Symptome
In England sind Dry-Patch-Symptome
schon über 50 Jahre bekannt. Trotzdem sind die genauen Ursachen nicht
geklärt. Untersuchungen ergaben, dass in vielen Fällen ein Bodenpilz
wachsartige Strukturen erzeugt. Diese bewirken dann das
wasserabweisende Erscheinungsbild. Häufig werden Boden- und
Sandpartikel jedoch von hydrophoben organischen Substanzen überzogen.
Zudem gibt es eine Reihe von physikalischen Faktoren, die das Auftreten
der Trockenflecken verstärken oder sogar auslösen.
Schadbild:
Vor allem Greens weisen trockene Bereiche auf, in denen die
Gräser welken und schnell vertrocknen. Im weiteren Verlauf wird der
Boden wasserabweisend. Beregnungswasser dringt nicht mehr ein, sondern
läuft oberflächlich ab. Ein Einschneiden mit dem Taschenmesser
unmittelbar nach dem Wässern zeigt: Der Boden ist in diesen Bereichen
staubtrocken, wobei das enge Nebeneinander von befallenem und
unbefallenem, feuchtem Boden typisch ist.
Weiteres Merkmal: Frühmorgens zeigt sich auf diesen Flächen kein Tau.
Ferner ist das Wurzelwachstum deutlich reduziert. Besonders deutlich
sind die Symptome während trockener, heißer Witterung. Während kühler,
feuchter Perioden erholen sich die Flächen scheinbar, doch das
Graswachstum bleibt eingeschränkt. Zudem kommt es häufig zu starkem
Algenbefall.
Befallene Arten:
Da es sich beim Dry-Patch um ein Bodenproblem handelt, werden alle Rasengräser gleich betroffen.
Befallfördernde Faktoren:
Beachten Sie folgende Faktoren, die den Befall mit Dry-Patch fördern:
- Probleme mit der Beregnung (Menge, Verteilung, Intervall)
- Trockene, heiße Witterung
- Rasenfilz
- Bodenverdichtungen (Randbereiche der Greens)
- Relief und Modellierungen, da hier der oberflächliche Wasserabfluss erhöht ist
- Hoher Sandanteil der Tragschichten
- Niedrige pH-Werte
- Problem im Bodenaufbau (Kapillarbruch, Sandwichbildung)
- Baumwurzeln in der Tragschicht (Konkurrenz um Wasser)
- Befall mit Hexenringen
- Häufiger Fungizideinsatz*
* Versuche in England ergaben eine Wechselwirkung zwischen Fungizid-Einsatz und Befall infolge des Antagonistenschädigung
Vorbeugung und Behandlung:
Um dem Befall vorzubeugen oder ihn zu behandeln, empfehlen wir:
- Optimierung der Beregnungstechnik, z. B. Verteilgenauigkeit, Regnerzahl, Anpassung an Hauptwindrichtung
- Ausgleich extremer Modellierungen
- Beseitigung von Bodenverdichtungen
- Oberflächennahes Schlitzen (Achtung: nicht bei akuten Symptomen)
- Zusätzliches Wässern per Hand, somit gezieltes Bewässern der ausgetrockneten Flächen
- Einsatz von Benetzungsmitteln (Wetting Agent). Deren Wirkung beruht
auf einer Herabsetzung der Oberflächenspannung des Wassers und
verbessert somit das Eindringen in den Boden. Mit dem Einsatz des
Wetting Agents muss jedoch rechtzeitig begonnen werden, bereits bevor
die ersten Schäden auftreten.
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