Die Antwort lautet: Ja, aber zum richtigen Zeitpunkt!
Das Walzen der Rasenfläche gehört zu den am häufigsten missverstandenen Schritten bei der Rasenneuanlage. Entscheidend ist, wann gewalzt wird: vor der Aussaat ja, nach der Aussaat nein.
Walzen vor der Aussaat – sinnvoll: Nach intensiver Bodenbearbeitung (z. B. Fräsen, Umgraben) oder dem Aufbringen neuer Rasenerde ist der Boden oft zu locker. Ohne Rückverdichtung besteht die Gefahr, dass sich die Fläche ungleichmäßig setzt und später Unebenheiten in der Grasnarbe entstehen. In diesem Fall ist ein leichtes Walzen zur Rückverdichtung vor der Einsaat absolut empfehlenswert.
Walzen nach der Aussaat – eher schädlich: Das Walzen direkt nach der Aussaat war früher gängige Praxis, ist heute aber nicht mehr zeitgemäß. Warum?
- Der festgedrückte Boden erschwert die Keimung. Sie verzögert sich um bis zu eine Woche.
- Das Saatgut liegt dichter an der Oberfläche und kann schneller austrocknen.
- Auf Hanglagen begünstigt das Walzen das Abschwemmen des Saatguts, da Wasser ungehindert abfließt.
Unsere Empfehlung: Nach der Aussaat die Bodenoberfläche lieber mit einem Rechen ganz leicht anrauen, damit die Saat etwas eingearbeitet wird, ohne die Oberfläche zu verdichten. So bleibt sie feuchtigkeitsdurchlässig und schützt das Saatgut besser.
