Hohe Temperaturen, intensive Sonneneinstrahlung und ausbleibender Regen setzen Rasenflächen im Sommer stark unter Druck. Die Folge sind braune Halme, nachlassendes Wachstum, lückige Stellen und eine insgesamt geringere Belastbarkeit. Deshalb sollte die optimale Rasenpflege die Ursachen und Symptome richtig einordnen und die Rasenfläche gezielt entlasten.

Was dem Rasen im Sommer schadet

Besonders schädlich für den Sommerrasen sind Trockenheit und Hitze – auch als Trocken- oder Hitzestress bekannt.

Trockenstress entsteht nicht nur beim Ausbleiben von Regen. Dieser Zustand ist häufig im Hochsommer zu beobachten, wenn über einen längeren Zeitraum zu wenig Niederschlag fällt und keine zusätzliche Bewässerung erfolgt. Gleichzeitig erhöhen hohe Temperaturen die Verdunstung aus Boden und Pflanzen, die sogenannte Evapotranspiration, deutlich.

Wie stark ein Rasen unter Trockenstress leidet, hängt von mehreren Faktoren ab:

  • der Dauer der niederschlagsfreien Phase,
  • der Lufttemperatur und -feuchte,
  • den Eigenschaften des Bodens – etwa seiner Fähigkeit, Wasser zu speichern.

Besonders kritisch wird es, wenn die oberen Bodenschichten austrocknen und die Pflanzen nicht mehr ausreichend Wasser aus tieferen Zonen aufnehmen können. In Kombination mit anhaltender Hitze entsteht eine Stresssituation, die selbst robuste Rasenflächen an ihre Grenzen bringt.

Durch die zunehmende Hitze verlangsamt sich das Wachstum des Rasens oder kommt sogar ganz zum Erliegen. Hitzestress ist eine der schwerwiegendsten Belastungen für Rasengräser, da er die Anzahl, Länge und Masse der Wurzeln reduziert und die Sterblichkeit der unterirdischen Pflanzenteile stark erhöht. Ohne funktionierende Wurzeln kann die Pflanze kein Wasser und keine Nährstoffe mehr aufnehmen, ein Teufelskreis, der sich bei anhaltender Hitze verschärft.

Die sichtbaren Symptome reichen vom Verlust der grünen Farbe über Blattalterung bis hin zu einer ausgedünnten Rasenfläche. Besonders empfindlich reagiert die Photosynthese auf hohe Temperaturen: Sie sinkt rapide, während der Energieverbrauch durch die Atmung steigt. Dadurch gerät der Rasen energetisch in Schieflage.

Biologische Mechanismen bei Hitzestress

Pflanzen kühlen sich bei Hitze über die Transpiration – also die Verdunstung von Wasser über die Blätter. Dieser Vorgang wirkt wie eine natürliche Klimaanlage. Besonders hitzetolerante Rasensorten können dabei mehr Wasser aus tieferen Bodenschichten aufnehmen, was ihre Blatttemperatur messbar senkt. Damit die Kühlfunktion funktioniert, müssen die Blattöffnungen (Stomata) offenbleiben. Das gelingt aber nur, wenn ausreichend Wasser vorhanden ist. Deshalb sind kräftige, tiefreichende Wurzelsysteme so wichtig.

Trocken- und Hitzestress wirken sich auf vielen Ebenen negativ auf den Rasen aus:

  • Der Zellinnendruck (Turgor) sinkt, Blätter rollen sich als Schutzmechanismus ein.
  • Die Farbe verschwindet, das Wachstum stoppt, ältere Blätter sterben frühzeitig ab.
  • Die Photosyntheseleistung sinkt, während die Atmung zunimmt – ein Zustand, der zu einem Energieverlust führt.
  • Die Wurzelmasse schrumpft, was die Wasseraufnahme zusätzlich erschwert.

Je nach Grasart und -sorte fallen die Reaktionen unterschiedlich aus. Am besten kommen Sorten zurecht, die über ein tiefreichendes Wurzelsystem und ein hohes Verhältnis von Wurzel- zu Sprossmasse verfügen . Wir empfehlen unsere trockenheitsresistente Rasenmischung Trockenrasen Mediterran.

Die richtige Rasenpflege im Sommer bei Hitze- und Trockenstress

Trotz schwieriger Bedingungen lässt sich der Sommerrasen mit der richtigen Rasenpflege vor dem Austrocknen bewahren.

Häufiges, aber nur oberflächliches Gießen gilt bei der richtigen Bewässerung im Sommer als typischer Pflegefehler, weil es flaches Wurzelwachstum fördert und den Rasen anfälliger für Hitze, Trockenheit und Krankheiten macht. Sinnvoller sind wenige, dafür durchdringende Wassergaben in größeren Abständen. Als Orientierung gelten in Hitzeperioden etwa 20 bis 30 Liter pro Quadratmeter 2 mal pro Woche, sodass die Feuchtigkeit mindestens 7 bis 8 Zentimeter tief in den Boden eindringt und den Wurzelraum erreicht. Der günstigste Zeitpunkt liegt in den frühen Morgenstunden, wenn der Boden noch kühl ist und die Verdunstung gering bleibt. Alternativ kann auch am Abend gewässert werden, sofern keine dauerhafte Restfeuchte über Nacht entsteht.

Auch im Sommer bleibt Mähen wichtig, sollte aber an die Witterung angepasst werden. In warmen, feuchten Sommerphasen wächst der Rasen stärker und kann häufiger gemäht werden. In heißen, trockenen Phasen reicht ein reduzierter Mährhythmus, weil die Gräser ohnehin langsamer wachsen. Tipp: Einmal bis zweimal pro Woche alle 4 – 7 Tage sollte der Rasen im Sommer gemäht werden. Bei zu starker Hitze sollte das Rasenmähen eingestellt werden.

Besonders wichtig ist die Schnitthöhe: Bei Sommerhitze haben sich etwa 4 bis 5 cm bewährt, weil längere Halme den Boden beschatten und die Verdunstung bremsen. Zusätzlich gilt die Drittelregel: Pro Schnitt sollte nie mehr als etwa ein Drittel der Halmlänge entfernt werden. Gemäht wird am besten morgens oder am Abend, nicht in der Mittagshitze.

Im Sommer benötigt der Rasen weiterhin eine bedarfsgerechte Nährstoffversorgung. Anders als im Frühjahr steht dabei jedoch nicht ein möglichst starkes Wachstum im Vordergrund, sondern die Stabilisierung der Gräser unter Belastung – hohe Temperaturen, intensive Sonneneinstrahlung und unregelmäßige Niederschläge bedeuten für die Rasenpflanzen erheblichen Stress. Eine gezielte Sommerdüngung unterstützt deshalb vor allem die Widerstandskraft, ohne unnötiges Stoßwachstum auszulösen. Entscheidend ist eine Nährstoffzusammensetzung, die die Zellstruktur stärkt, die Wasseraufnahme verbessert und die Fläche auch in belastungsintensiven Phasen gleichmäßig versorgt. Für die Sommerdüngung stehen je nach Flächenzustand und Anforderung unterschiedliche Produkte von EUROGREEN zur Verfügung:

  • Eurosport Summer P56 wurde speziell für die bedarfsgerechte Erhaltungsdüngung in den Sommermonaten entwickelt und sorgt durch die Kombination aus schnell und langsam verfügbaren Stickstoffformen für eine kontinuierliche Nährstofffreisetzung ohne riskantes Stoßwachstum.
  • Olympia Plus P56 ist ein Langzeitrasendünger für Erhaltungsdüngung mit hohem Stickstoffanteil, der sich besonders für intensiv genutzte Rasenflächen eignet.
  • Eurosport NK mini P56 weist einen hohen Kaliumgehalt auf und unterstützt stabile Zellwände sowie eine maximale Hitzetoleranz, weshalb sich dieser Dünger besonders für den Einsatz vor Hitzeperioden anbietet.

Wir haben weitere Rasendünger für den Sommer im Sortiment.

Achtung: Bei starker Hitze und ausgeprägter Trockenheit sollte nicht gedüngt werden, da die Gräser ihr Wachstum unter solchen Bedingungen deutlich reduzieren und Nährstoffe nur eingeschränkt aufnehmen. Geeigneter sind feuchtere Witterungsphasen mit geringerer Sonneneinstrahlung – idealerweise in den kühleren Abendstunden. Nach der Ausbringung empfiehlt sich eine anschließende Bewässerung von etwa 20 Minuten, damit die Nährstoffe in den Boden gelangen und im Wurzelraum wirksam werden können.

Verbrannter Rasen – Umgang mit gelben und braunen Stellen

Braune, strohige oder gelb verfärbte Rasenflächen sind im Sommer häufig ein Hinweis auf Hitze- und Trockenstress. Die geschädigten Stellen bedeuten jedoch nicht in jedem Fall, dass die Grasnarbe dauerhaft verloren ist. In vielen Fällen sind zunächst nur die oberirdischen Pflanzenteile betroffen, während die Wurzeln noch intakt bleiben. Ob sich die Fläche regenerieren kann, hängt deshalb vor allem vom tatsächlichen Ausmaß der Schädigung ab.

Zu den häufigsten Ursachen zählen anhaltende Hitze, intensive Sonneneinstrahlung und ein länger anhaltender Wassermangel. Verstärkt werden solche Schäden häufig durch ungeeignete Pflegemaßnahmen – etwa durch zu oberflächliches Wässern, ungünstige Schnittzeitpunkte oder eine Überdosierung von Dünger. Auch punktuelle Belastungen wie z. B. Hundeurin kann verbrannt wirkende Stellen verursachen.

Die geeignete Maßnahme richtet sich nach dem Zustand der Wurzeln. Sind diese noch intakt, kann sich der Rasen durch eine intensive und durchdringende Bewässerung häufig wieder erholen. Ziel ist, die Feuchtigkeit tief in den Boden zu bringen und so den Wurzelraum zu versorgen. Sind die Wurzeln dagegen bereits abgestorben, ist eine Regeneration nicht mehr möglich. In diesem Fall sollten die betroffenen Bereiche nachgesät oder – bei größeren Schäden – neu angelegt werden.

Fazit: Unsere Tipps für die Rasenpflege im Sommer

Trotz schwieriger Bedingungen lässt sich der Rasen mit der richtigen Rasenpflege vor dem Austrocknen bewahren. Unsere Experten Tipps:

  • Effizient bewässern: Weniger häufig, dafür durchdringend wässern, damit das Wasser tief in den Boden eindringt. Als Orientierung für den Sommer gelten etwa 20 bis 30 Liter pro Quadratmeter – idealerweise in den frühen Morgenstunden.
  • Schnitthöhe anpassen: Eine etwas höhere Schnitthöhe schützt den Boden besser vor Austrocknung. Im Sommer sind etwa 4 bis 5 Zentimeter sinnvoll, damit die Grasnarbe den Boden beschatten kann.
  • Kaliumbetonte Düngung einsetzen: Statt stark stickstoffbetonter Produkte sind im Sommer kaliumbetonte Dünger sinnvoll. Denn sie unterstützen die Wassernutzung und tragen zur Stabilisierung der Zellstruktur bei.
  • Bodenstruktur rechtzeitig verbessern: Maßnahmen wie Aerifizieren oder der Einsatz eines Bodenaktivators sollten möglichst im Frühjahr erfolgen. Sie fördern die Wasseraufnahme und stärken die Wurzelentwicklung. Im Sommer sind Eingriffe wie vertikutieren dagegen nicht empfehlenswert, da sie den Rasen zusätzlich belasten.

Ein grüner Rasen im heißen Sommer ist kein Zufall, sondern das Ergebnis durchdachter Rasenpflege, kluger Sortenwahl und gezielter Nährstoffversorgung.

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